Wartezeit

Warum dauert das so lange?

Sie haben einen Termin bei ihrem Arzt, waren überpünktlich und nun warten Sie schon über eine Stunde! Anders als bei der U-Bahn Haltestelle, wo Sie auf einer Anzeigetafel lesen können, wie lange es bis zur Einfahrt des Zuges noch dauern wird, wissen Sie beim Arzt weder, wann Sie drankommen werden, noch warum Sie so lange warten müssen. Und Ihr Ärger wächst und wächst! Der Grund für die Verzögerung, liegt aber in den seltensten Fällen in der mangelnden Organisation durch die Sprechstundenhilfe oder daran, dass Ihr Arzt so langsam ist. Ganz im Gegenteil: oft kommt es gerade bei den Ärzten, die sich im besonderen Maße um Ihre Patienten kümmern, zu langen Wartezeiten. Und die Gründe sind vielfältig:

Stellen Sie sich vor…


… Sie leiden zu Hause plötzlich unter heftiger Atemnot und rufen Ihren Hausarzt während seiner Ordinationszeit an: Er wird sich sofort auf den Weg machen, um sich um Sie zu kümmern… und seine Patienten in der Ordination warten lassen.


… es ist nötig ihrem Hausarzt ganz genau die Symptome zu schildern, die Sie zu ihm führen.
Sie müssen Ihm auch erklären, welche Therapien keinen Erfolg gebracht haben, welche Umstände Ihre Erkrankung verschlimmern oder verbessern. Er wird Ihnen zuhören, weil in schwierigen Fällen jede Kleinigkeit für seine Diagnosestellung und auch die Therapie wichtig ist. Sie werden sich freuen, einen so gewissenhaften Hausarzt zu haben… und die anderen Patienten warten und warten!


… Sie haben bei Ihrem Arzt den ersten Termin in der Früh bekommen. Sie verlassen pünktlich mit Ihrem Sohn das Haus, plötzlich fällt Ihrem Kind ein, dass es etwas zu Hause vergessen hat. Sie müssen aber noch einmal zurück, bringen Ihr Kind in die Schule, hetzen los, um den vereinbarten Termin beim Arzt doch noch zu schaffen und kommen 15 Minuten zu spät. Ihr Arzt wird Sie trotzdem drannehmen… und im Wartezimmer werden die bereits vor Ihnen da gewesenen Patienten unruhig.


… gleichzeitig mit Ihnen hat die "Grippewelle" am selben Tag viele andere Menschen erwischt, die nun alle in die Ordination stürmen. Oft sitzen dann viel mehr Patienten im Wartezimmer, als die am besten organisierte Ordination mit den tüchtigsten Ordinationshilfen und dem besten Arzt verkraften kann und die Wartezeiten wachsen ins Unerträgliche. Diese Liste lässt sich noch beliebig fortsetzten. Daher der Appell an alle meine Patienten - auch jene, die das Pech haben, besonders lange warten zu müssen: Haben Sie bitte Geduld und Verständnis. Das gesamte Ordinationsteam ist wirklich bemüht, die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten. Wir arbeiten ohne Pause von 7:15 Uhr durch, so lange bis der letzte Patient die Ordination verlassen hat. Das sind manchmal 10 Stunden ohne Unterbrechung. Und danach beginnt die Visitentätigkeit. Meine tägliche Arbeitszeit liegt selten unter 16 Stunden. Im Zentrum steht für mich immer die optimale Versorgung des kranken Menschen und das dauert einfach seine Zeit.