Chron. Erkrankungen

Schöner, schlanker und vor allem gesünder ...

Das Aussehen ist ein Riesengeschäft. Heute sollte man gesund und attraktiv mit Idealmaßen oder Waschbrettbauch, mit geschmeidiger Eleganz und sportlicher Ausdauer dem allseits kolportierten Idealbild eines erfolgreichen und weltoffenen Machers, dem Modeltyp und Mannequin zumindest 1:1 entsprechen, um sich nicht sofort abgewertet zu fühlen.

Im Falle von Abweichungen, also gewissen ungünstigen Schwächen im Aussehen, gibt es so manche Hilfen: Fitness und Wellfeeling, Kosmetik und Schönheitschirurgie, Implantate und Push-up`s und von Perücken bis Wimpern und Fingernägeln usw. Es gibt gar viele, aber meistens nicht gerade billige Performanceprothesen. Und eine der ergiebigsten „cash-cows“ ist das Gewicht des schweren Menschen, bezogen auf das Idealbild dann „Übergewicht“ genannt.

„Runter mit dem Gewicht !“ stöhnt es aus den Stoffwechselambulanzen. „Nieder mit den Kilos!“ ertönt aus der Rheuma-Sonderkrankenanstalt. „Sie sind außerdem viel zu schwer“ , droht der Internist dem Herz- Kreislaufpatienten und die Nachbarskinder sagen „Fettsack“.

Wir armen Schaffenden aber stehen vor dem Spiegel und sehen, dass die Haut zu grobporig „unrein“ und stellenweise schlaff, ja faltig ist, dass die Gesichtszüge müde und die ganze Haltung, die gesamte Erscheinung ein breites Bild nicht eben zum Jubeln, sondern eher eines zum Jammerns ist. Und die Jahre setzen ihre Spuren und die Hoffnung, jemals wieder vollwertig sein zu dürfen, schimmert fern wie ein altes Märchen.
Zum Glück könnte man sagen, gibt es die Kosmetik... .

Gepresst zwischen Erfolgs- und Finanzdruck und in der Düsterkeit einer latenten Resignation verlieren sich bei vielen Kraft, Mut und Elan im Grau des Alltags. „Ist ja schon egal“, „bin ohnehin schon so alt“, „es geht ja niemandem etwas an...“ lauten die meisten Selbstbeschwichtigungsparolen. Natürlich klingt hier vor allem eine riesige Ratlosigkeit bezüglich einer positiven Veränderbarkeit dieses eigentlich unerwünschten, weil ungesunden Zustandes der permanenten Mangelhaftigkeit an. Der Grundtenor „Essen Sie weniger! Rauchen Sie nicht und machen sie etwas mehr Bewegung!“, ist ja im Prinzip nicht falsch, bringt den Betroffenen zumeist nicht die wirklich wägbare psychische und physische Dauerhilfe.

Was braucht nun der Mensch, was will er hören und/oder was hilft ihm?

Aus einer ärztlichen Position heraus ist es doch etwas zu billig, einem von einem Arzt guten Rat erwartenden und ihm anvertrauten Hilfsbedürftigen mit den oben angeführten Allgemeinsätzen abzufertigen. Etwas mehr Aussagequalität darf von einem gebildeten Akademiker sicherlich erwartet werden. Freilich kosten wissenschaftliche Abhandlungen einem Patienten gegenüber Zeit und sind leider meist nur akademischer Selbstzweck. Sie lassen obendrein in fast allen Fällen die Erfolgsorientiertheit vermissen. Kurz: Sie sind reichlich belastend und fast immer nutzlos.

Wie heißt nun die einfache und eindeutige Richtlinie, welche Methode, Weg und Ziel in einem ist? Nun, das alles umfassende Kennwort heißt „Reinigung“ – und zwar Reinigung jener 3 Kompartimente, die im Wesentlichen Einrichtungen der Ernährung sind. Gemeint sind jene Strukturen, die der Umsetzung der Nahrung, also der Aufbereitung und Verteilung derselben dienen. Wieder einmal verglichen mit einem Baum sind dies der Darm als die Wurzel, die Körperflüssigkeiten als der Saft des Baumes und das Bindegewebe für den Stamm mit den großen Ästen als Haltestrukturen und die kleineren Äste zur Versorgung der Atmungsorgane (Lunge/Blätter).

Andere Beiträge haben sich schon mit dem Darm, besonders mit dem verheerenden Enteropathiesyndrom und seiner Vermeidung, aber auch schon etwas mit seiner Bekämpfung (genießen, gut kauen, Sättigungsreflex beachten, keine zu großen Bissen etc.) befasst.

Wie die Rinde eines Baumes sehr viel über den Zustand erkennen lässt, so verrät dem erfahrenen Arzt die Haut, die Zunge, das Zahnfleisch und die Mundschleimhäute des Menschen vieles über seinen Darm, seine Flüssigkeiten und sein Bindegewebe. Farbe, Spannungszustand – gemeint sind damit Elastizität und Turgor des Unterhautgewebes-, Oberflächenbeschaffenheit und Falten geben dem Kundigen reichlich Auskunft über Ernährungs- und Funktionszustände im Inneren des Körpers eines Patienten. Vor allem um die Sinnesöffnungen von Augen, Nase, Mund und Ohren ist vieles zu ersehen. Das Gesicht als Gesamteindruck - hier sind vor allem die Augen – lässt uns auch tief ins Seelische schauen.

Die Haut – vor allem die des Gesichts – ist der Spiegel des Darmes und folgt damit ebenso wie dieser den strengen Gesetzen durch schädliche Belastungen. Sie geht genauso über das Stadium der Reizung in die Erschlaffung und auf Dauer in die Degeneration („Raucherhaut“) über. Das Gute daran aber ist, dass mit der Erholung und der Sanierung des Darmes immer auch eine Erholung der Haut verbunden ist ! Diese geht dann im günstigen Normalfall wie bei den meisten anderen degenerativen Heilungsvorgängen ebenso wieder über ein „Akutstadium“ der Verquellung und dann einer vermehrten Straffung in die Ausheilung über. Genauso wie überall sonst hinterlassen allerdings auch bei der Haut lange bestehende Krankheitszustände irreversible Merkmale. Insgesamt gesehen ist die Heilung fast aller Hautkrankheiten allein schon über eine Heilung des kranken Darmes möglich. Dass mit solch einer Darmsanierung auch die Haut schöner und „blühender“ wird versteht sich demnach schon von selbst. So erklärt sich auch die Tatsache, dass „dauerhafte Schönheit“ immer nur von innen kommt.

Freilich können Cremen, Packungen, zarte Epidermismassagen usw. auch die Haut wesentlich straffen und beleben und so Farbe und Zustand verbessern. Es ist der Ansatz an den Zweigen, dem Untergewebe, wie schon eben erwähnt. Von einer Heilung kann aber in einem solchen Fall überhaupt nicht gesprochen werden, sondern lediglich von einer vorübergehenden Besserung, die eines ständigen Aufwands bedarf, um einigermaßen aufrechterhalten werden zu können. Es müssen doch dauernd Schadstoffe, die aus einer defekten Verdauung heraus über das Blut und die Extrazellulärflüssigkeit anfluten und die das Gewebe statt es optimal zu ernähren ständig nur reizen und belasten, immer abgebaut und über die Oberfläche ausgeschieden werden. Dass hier grobe Poren, Mitesser, vermehrt Talg, Ekzeme, Empfindlichkeiten aller Art, Verfärbungen, Um- und Neubildungen usw. entstehen, ist nicht nur verständlich, sondern logischerweise zu erwarten.

Auf die Dauer erschlafft das Unterhautgewebe, es rarefiziert und wird so immer lockerer. Falten, Tränensäcke, Hängebacken, Doppelkinn und so weiter sind dann das Ergebnis. Ein wirklich gesunder Darm festigt und strafft die Haut eigentlich immer.

Das Geheimnis liegt also im Darm und einer der zielführenden Wege ist der Weg der Darmsanierung nach F. X. Mayr, die berühmten „3 S“: Säuberung, Schonung und Schulung. Ganz schlecht: unzweckmäßige Nahrung, falsches, unnatürliches Essverhalten, zu viel, zu oft und zu hastiges Essen ! Und andere Kardinalfehler: Der viel zu großen Bissen, unzureichendes Kauen, zu wenig Bewegung um die Verdauung anzuregen, Essen im Stress, im Sympathikotonus und so fort führen ganz einfach zum kranken Darm, zum Enteropathiesyndrom, dem Ausgangspunkt so vieler chronischer Erkrankungen.

Nicht nur, dass der kranke und daher träge Darm auch anschwillt und vermehrt Stuhl beinhaltet und daher vermehrt Raum beansprucht, was sich in der Fehlhaltung und Verformungen am Körper als die Grobzeichen des Darmschadens ausdrückt, nicht nur, dass der Darm seine natürliche Reinigungsfähigkeit bald einbüßt und unter chronischen Reizungen leidet, nicht nur, dass die aus diesen krankhaften Zuständen entstehenden Schadstoffe (z.B. Fäulnisgase des Darmes) in die Körperflüssigkeiten übergehen und das Gewebe schädigen und minder mit Mikronährstoffen versorgen, mehr noch, es verliert der betroffene Mensch die Fähigkeit der selektiven Nahrungsauswahl über eine massive Abschwächung der Sinnesfähigkeit und somit einen ganz wesentlichen Ansatz der Selbstheilung.

Wird nun in einer Form „gefastet“, die das Hauptaugenmerk auf die Kalorienzufuhr richtet und mit Gurkenscheibchen, Paradeisern und Salatblatterln die glorreiche Gewichtsreduktion herbeirufen möchte, so kann damit die Wurzel des Übels, die Verringerung des aus der völlig gestörten Verdauung entstehenden Schadstoffe für den Körper keinesfalls ausgemerzt werden, sondern es wird in den meisten Fällen der Zustand des Patienten dadurch noch verschlechtert: Es entsteht vermehrt Fäulnis im Darm aus dieser vegetabilen Rohkost, was den Körper eben dann noch mehr belastet. Die notwendige Heilung und Erholung des Darms und die damit verbundene Reinigung der Extrazellulärflüssigkeit und daher auch des Mesenchyms, das dann ebenfalls seine vielfältigen Aufgaben im System der Grundregulation wieder viel besser verrichten könnte, wird durch die Drosselung der „Kalorienzufuhr“ in der skizzierten Weise wohl nur sehr ungenügend erreicht.

Das Ziel jeder Beschränkung der Nahrungszufuhr muss immer die Säuberung des Darms sein. Das aber kann nur durch ganz leicht verdauliche Kost, durch Vereinfachen bis zur Nahrungsmonotonie, in manchen Fällen auch durch völlige Nahrungskarenz über einen gewissen, oft längeren Zeitraum erfolgen. Dabei muß das Kauen wieder eingeübt, geschult werden, ein Sättigungsgefühl wieder erfahren und akzeptiert und die Fähigkeit zur gesunden Nahrungswahl wieder erworben werden. Zu all dem braucht man den erfahrenen und kundigen Gesundheitsarzt. Als ein „Nebeneffekt“ sozusagen, aber als ein meist nicht unerwünschter, stellt sich dazu in den allermeisten Fällen auch noch eine Gewichtsreduktion ein. Sie ist eigentlich eher Folge als primäre Absicht oder Ziel des Vorgehens. Dass sich dann auch noch Haltung und Beweglichkeit, Leistungsfähigkeit und Stimmungslage deutlich merkbar verbessern gibt dem ganzen Bemühen dann noch das erfreuliche Glanzlicht.

Diätassistenten/innen, „Ernährungsberater/innen“, die sich eigentlich aufgrund ihrer Ausbildung und Tätigkeit richtigerweise „Nahrungsberater/in“ nennen müssten, Heilpraktiker/in oder Fastenkursabhalter/in können natürlich dieser Anforderung nicht gerecht werden. So sehr man hier ebenfalls um Gesundung ringt und so positiv solches Bemühen auch zu bewerten sind; es wird der Effekt meist Stückwerk bleiben müssen, weil die nötige Gesamtbehandlung eben auch nur zum Teil erfolgt. Auch die Kosmetik von der Oberfläche her, mag sie noch so raffiniert und professionell durchgeführt sein, wird letztlich erst ihre volle, zufriedenstellende Wirkung nur als Ergänzung einer Heilung des Darms entfalten können.

Zur attraktiven Erscheinung sind nicht nur die Garderobe, das gepflegte Gesicht und eine stattliche Muskulatur ausschlaggebend. Vitalität, reger Geist, Anmut und Eleganz der Bewegung und eine angenehme Ausstrahlung machen den guten, den „blendenden“ Eindruck. Alles das wird durch eine zweckmäßige Ernährung im Körper gefördert. Zweckmäßig ist die Ernährung dann, wenn sie in Art und Menge angepasst an die jeweilige Anforderung ökonomisch vom richtig verdauenden Organismus optimal verbraucht wird.

Dabei ist zu bemerken, dass ein gesunder Verdauungsapparat eine hohe Anpassungskapazität - was die Art der Nahrung betrifft - besitzt. Diese Anpassungsfähigkeit nimmt im Alter gemeinhin ab. Darum ist es auch nicht ratsam, alten Menschen die Nahrung (etwa ihr gewohntes fettes Schweinernes und Geselchtes) allzu radikal (vielleicht gar auf rohes Obst und Gemüse) umzustellen. Mildere, leichter verdauliche Kost wird ihnen freilich im Allgemeinen nicht schaden.

Ein zweiter ebenso wichtiger Weg zur ganzheitlichen Gesundung ist die richtigen Denkweise und Geisteshaltung. Dieses ebenso komplexe Gebiet der „psychischen Verirrungen“ und „psychosomatischen Störungen“ versuche ich in meiner Praxis unter anderem auch auf multimedialem Weg dem Betroffen zu demonstrieren und damit anschaulich näher zu bringen. Auch das ist ein langwieriges und zeitintensives Unterfangen.

Als Zusammenfassung möchte ich noch einmal festhalten, dass es bei der Gesundung letztlich immer um die Reinigung des gesamten Organismus (also Geist und Körper) von Schadstoffen, die nicht nur aus der Umwelt aufgenommen werden, sondern die vor allem auch aus einer unzulänglichen Verdauung stammen, geht. Dabei sind neben der Psyche die drei großen Bereiche Darm, wo die Aufnahme geschieht, die Körperflüssigkeit, wo die Schadstoffe verteilt werden und das Bindegewebe, wo letztlich Ablagerung, Verstoffwechselung und Abfluss stattfinden, von grundsätzlicher Bedeutung.

Doch letztendlich führt bei schweren chronischen Leiden immer nur die ganzheitliche Sicht des Arztes und damit eine sehr umfassende und zeitaufwändige Therapie zum dauerhaften Erfolg. Und dieser Erfolg ist nicht nur für den Patienten segensreich, sondern erfüllt auch einen leidenschaftlichen „Medicus“ mit großer innerer Zufriedenheit!