Lebensmittelsicherheit

Ist unser Essen wirklich noch gesund ?

Tausende Experten sind europaweit unterwegs, um das, was wir täglich essen, genau unter die Lupe zu nehmen. Grünes Licht für Europas Märkte bekommen nur jene Lebensmittel, die die Prüfung bestanden haben. Seit 2005 ist der „gläserne“ Lebensmittelmarkt Europa Realität. Im EU Raum müssen dann alle Lebensmittel über alle Produktionsstufen hinweg zurückverfolgbar sein. Dadurch können Nahrungsmittel schon bei Verdacht auf Gesundheitsschädlichkeit aus dem Verkehr gezogen werden. Alle Lebensmittel, die im EU Raum verfügbar sind, müssen gemeinsamen Qualitätskriterien entsprechen, auf die sich die Menschen auch verlassen können. Soweit die Ziele und Ansichten der Experten.

Doch wie sieht die Realität aus? Magen-Darmstörungen sind in der Allgemeinpraxis bereits der häufigste Grund eines Arztbesuches. Bei mir in der Praxis und auch europaweit nehmen die Darminfektionen (durch verdorbene oder kontaminierte Lebensmittel ) jedes Jahr zu ! Die Allergien sind europaweit im Vormarsch ! Hautkrankheiten nehmen in den Industrieländern deutlich zu ! Bei genauem Hinsehen können die Zusammenhänge nicht mehr übersehen werden. Aber auch hier, wie überall in der Medizin, ist alles nur sehr schwer wissenschaftlich zu beweisen – zu komplex sind einfach die Wechselwirkungen!
Und deshalb wird sich erfahrungsgemäß auch in Zukunft nicht wirklich etwas ändern. Indirekt giftige, krebserzeugende oder zumindest krankmachende Substanzen wird man immer erst nach Jahren entdecken (teilweise durch Zufall) und natürlich verbieten. Aber in der Zwischenzeit kommen wieder viele neue Substanzen auf den Markt!

Lebensmittel sind – wie der Name schon sagt – für das Leben jedes Menschen notwendig. Allerdings muss man sich angesichts des Rindfleisch-BSE-Skandals, der Antibiotika bereits auch im Honig, jeder Menge Hormone im Fleisch, hochgiftiges Acrylamid in Pommes, Nitrofen im Ökoweizen, Pestizide, Herbizide und Fungizide im Obst und Gemüse usw. schon die Frage stellen: Wie gesund sind denn eigentlich unsere Lebensmittel ? Um noch etwas klarzustellen: In diesem Artikel geht es lediglich um Lebensmittel, von denen man allgemein annimmt, dass diese für unseren Körper gesund sind. Dass man durch zu viel Essen, zu fett, zu viel Zucker, zu stark gewürzt etc. sich sehr schnell sein Grab schaufeln kann, sollte ja sowieso jedem bekannt sein (aber auch das wollen va. die Betroffenen nicht glauben).

Wenn man aufmerksam die internationalen Zeitschriften liest, dann gibt es kaum eine Woche ohne neuerliche Horrormeldungen und man kann bereits fast jede Speise in Verbindung mit irgendeinem Skandal bringen. Was ist da noch sicher, wenn man nicht einmal mehr dem Glas Wasser aus dem Hausbrunnen vertrauen kann, denn auch dieses Wasser ist oft mit Nitraten und eventuell mit Fäkalkeimen belastet.

Erwachsene können es nur schwer nachvollziehen – Kindern kann man es erst recht nicht erklären: Lecker schmeckende und gut duftende Würstchen oder Chicken Nuggets sollen plötzlich gefährlich sein ?

Dazu kommt noch das Problem mit der sogenannten „Designer Nahrung“: allein in Europa werden pro Jahr mehr als 10.000 neue Nahrungsmittel „erfunden“ – aufgepeppt mit Farbstoffen, Geruchs- und Aromastoffen, Geschmacksverstärkern, künstlichen Vitaminen und Mineralien. Die Zutatenliste liest sich wie ein Chemiebuch – und in Wirklichkeit ist es auch reine Chemie. Über 70.000 neue chemische Substanzen wurden seit 1950 entwickelt und damit muss unser Körper wohl oder übel fertig werden. Ein Ernährungsdschungel , den niemand wirklich mehr durchschauen kann. Denn was mit den vielen Einzelsubstanzen im Körper wirklich passiert, ist schon kaum naturwissenschaftlich nachzuvollziehen – und schon gar nicht die Kombination aus diesen vielen verschiedenen chemischen Substanzen.

Was Österreich betrifft, so versichern heimische Lebensmittelexperten, dass hierzulande so ziemlich die strengsten Vorschriften und Kontrollen herrschen. Aber trotzdem bleibt die Frage offen: Welche Nahrungsmittel sind nun wirklich gesund ? Nun, auch ich kann hier leider keine klare Antwort geben, zu komplex ist dieses Thema. Jeder hat andere Ernährungsgewohnheiten und bevorzugt andere Lebensmittel, ja auf Grund einer Grundkrankheit sind von vornherein viele Lebensmittel zu meiden und vieles mehr!

Aber in meiner täglichen Praxis ist dann ( je nach Krankheitsbild), nach vorheriger umfangreicher Analyse der täglich konsumierten Nahrungsmittel, die Ernährungsberatung ein Schwerpunkt. Das ist leider sehr zeitaufwändig aber man kann damit unglaublich viel helfen – ja, ich möchte sogar sagen, oft kleine Wunder vollbringen.
In der Medizingeschichte gibt es selten einen berühmten Arzt, der sich nicht ausführlich mit der Ernährung beschäftigt hat. Und so hat der allgemein anerkannte Spruch: „Der Tod sitzt im Darm!“ in den letzten Jahren an Aktualität mehr denn je gewonnen. Meine tägliche Praxis am Patienten zeigt mir, dass hier noch ein großer Nachholbedarf besteht und viel Aufklärungsarbeit geleistet werden muss. Es ist tatsächlich für jedermann einfach enorm wichtig, grundlegende Dinge beim Nahrungseinkauf, der Lagerung und der Zubereitung zu beachten – und das muss man lernen!