Eigenbluttherapie

Eigenblut stärkt das Immunsystem

Bereits im Altertum wurden Kranke in den verschiedensten Kulturen mit Eigenblut behandelt, denn dem Blut wurde schon immer eine besondere Bedeutung zugemessen. Das Spritzen von Eigenblut ist ein klassisches Naturheilverfahren und gehört zu den sogenannten „Umstimmungstherapien“.  Die Hauptanwendungsgebiete sind die allgemeine Abwehrschwäche, Allergien, chronische Entzündungen oder Hauteiterungen und Rheuma .  

Beispiel: Eine junge Studentin musste wiederholt wichtige Prüfungen absagen, weil sie jedes Mal bei Stresssituationen mit eitriger Mandelentzündung und Fieber das Bett hüten musste. Die Therapie war jedes Mal ein Antibiotikum. Danach fühlte sie sich zwar rasch besser, doch die eitrigen Anginen kamen immer häufiger. Ich schlug ihr deshalb eine Eigenbluttherapie vor. Beim ersten Mal entnahm ich 1 ml Blut und steigerte von Mal zu Mal auf 4 ml. 

Das Blut wurde mit homöopathischen Komplexmitteln - je nach aktueller Situation - mit Traumeel/Lymphomyosot/Engystol  u.v.a. vermischt und dann sofort in den kontralateralen  Gesäßmuskel zurückgespritzt. Nach einer Serie von 10 Behandlungen, zwei pro Woche, war ihr Immunsystem gestärkt und sie verpasste keine Prüfung mehr.

Die heute bei mir durchgeführten Eigenblutbehandlungen sind viel diffiziler und ausgereifter und unterscheiden sich in Wirkung und Durchführung teilweise erheblich. Auch wenn die Eigenbluttherapie mit dem kleinen Schmerz einer winzigen Spritze einhergeht, findet sie doch wegen ihrer guten Wirkung zunehmend Akzeptanz bei den Patienten. 

In der Regel wird das Blut aus der Armvene des Patienten entnommen und entweder sofort, mit oder ohne Medikamentenzusätzen, in den Gesäßmuskel gespritzt oder nach Anreicherung mit Sauerstoff oder einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch als Infusion in die Vene gegeben. Eigenblut kann auch nach homöopathischer Aufbereitung als Tropfenzubereitung oral eingenommen werden.

Eigenblut intramuskulär bei Abwehrschwäche und Allergie

Die intramuskuläre Eigenblutinjektion eignet sich besonders zur Behandlung von Abwehrschwächen und Allergien. Patienten, die zu häufigen Infekten der Atem- oder Harnwege neigen und vielleicht schon oft Antibiotika einnehmen mussten, profitieren besonders von dieser Behandlungsmethode. Gerade in der kalten Jahreszeit, in der man eine gute Abwehrkraft benötigt, sollte man an diese einfache und vergleichsweise kostengünstige Behandlung denken. Die Eigenbluttherapie wird sogar von der Schulmedizin und den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt. Sie kostet bei mir pro Injektion je nach Aufwand und verwendeten homöopathischen Zusätzen zwischen 5,80 und 12 Euro.

Auch der lästige Heuschnupfen, die Hausstauballergie, das juckende Ekzem oder gar die Neurodermitis sprechen auf eine  Eigenbluttherapie, durch einen mit dieser Methode erfahren Arzt sehr gut an. 

Bei der Pollenallergie hat es sich bewährt, etwa sechs Wochen vor dem erwarteten Ausbruch – in der Regel wird das im Februar sein (Allergien auf Frühblüher auch schon früher) – mit der Therapie zu beginnen. Auch hier ist es sinnvoll, dem Eigenblut geeignete homöopathische Mittel zuzusetzen, wie  Luffa (z.B. Euphorbium comp SN, Cefaluffa), Galphimia (Galphima Glauca D12) oder Euphorbium (z.B. Allergieinjektopas, Acidum formicicum D6).  

Man beginnt mit 1 ml Eigenblut plus dem homöopathischen Zusatz und steigert von Mal zu Mal um 1 ml bis auf 4 ml bis 5ml. Die Injektionen werden ein- bis zweimal in der Woche durchgeführt, insgesamt 5 bis 10 mal. 

So konnte ich z.B. einem 3-jährigen Jungen, der seit seiner Geburt an Neurodermitis litt, mit einer Eigenbluttherapie helfen. Natürlich wollte ich ihm keine Spritze zumuten. Eine sowieso fällige Blutabnahme nutzte ich daher, um aus dem Blut eine sogenannte „Eigenblutnosode nach Imhäuser“ zur oralen Einnahme herzustellen. Man verwendet dazu einen Tropfen Blut, der mit 99 Tropfen 25%igem Alkohol zur homöopathischen Verdünnung C1 verschüttelt wird. Diesen Vorgang wiederholt man einige Male und stellt so eine homöopathische Verdünnungsreihe her, die nach einem vorgegebenen Schema eingenommen wird (z.B. 1. Woche C5, 2.Woche C6, 3.Woche C7, 4.Woche C9 -  jeweils 3 x 1 Tropfen täglich).

Auch andere Formen von Allergien bei Kindern und Erwachsenen, z.B. Urticaria  (Nesselsucht), Nahrungsmittelallergien, spastische Bronchitis und Asthma bronchiale sprechen gut auf Eigenblut an. 

Eine andere Patientin litt an schweren, immer wieder kehrenden Abszessen. In einem Jahr waren es vier Erkrankungen! Sie musste mehrmals deswegen operiert werden und fiel jedes Mal krankheitsbedingt mehrere Wochen in der Arbeit aus. Bei ihr vermischte ich das Eigenblut mit einer homöopathischen Nosode und gab es ebenfalls intramuskulär zurück. Nach einer Behandlungsserie mit 10 Injektionen - zwei pro Woche - ist die Patientin seit mehreren Jahren bis heute rezidivfrei.

Kombination mit Homöopathie heilt den sehr schmerzhaften Herpes zoster

Sehr wirksam ist die Eigenblutbehandlung bei den Herpeserkrankungen, wie Lippen- und Genitalherpes sowie Herpes zoster, der Gürtelrose, v.a. wenn sie wiederholt auftreten. Hier hat sich zur Vorbeugung eine Kombination der Eigenblutinjektionen mit speziellen homöopatischen Zusätzen (z.B. einer entsprechenden Herpes-Nosode, Engystol, Echinacea compositum) sehr  bewährt. Meist genügt eine einmalige Serie von 10 Behandlungen (zwei pro Woche), die in hartnäckigen Fällen wiederholt werden muss.  

Auch im akuten Stadium einer Lippen-Herpeserkrankung und vor allem bei akutem Herpes zoster wende ich die  Eigenblutbehandlung in Kombination mit verschiedenen anderen biologischen Heilverfahren (u.a. auch der hochdosierten Vitamintherapie) äußerst erfolgreich an. Die sehr schmerzhafte und wegen ihrer oft monatelang (bisweilen sogar lebenslang) anhaltenden Schmerzen sehr gefürchtete Gürtelrose konnte ich bisher (in den letzten 25 Jahren) noch immer in kürzester Zeit zur Ausheilung bringen. Viele dankbare Patienten können dies bezeugen.

Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) lohnt sich zwar ein Versuch mit der Eigenbluttherapie, man braucht allerdings viel Geduld. Auch hier kommt es langfristig häufig zu einer Umstimmung des Organismus.

Die jugendliche Akne wird heute leider viel zu oft mit monatelanger Antibiotikatherapie  behandelt - was sich wiederum negativ auf die Darmflora auswirkt. Die Eigenbluttherapie stärkt in diesem Fall das Immunsystem und verbessert die Stoffwechsellage der Haut. Es ist sinnvoll, die Eigenbluttherapie mit einer mikrobiologischen Darmsanierungstherapie zu kombinieren. Auch sind eventuell mehrere Serien mit Eigenblutinjektion im Abstand von ca. 6 bis 9 Monaten notwendig, um eine anhaltende Besserung zu erzielen. Verwendet werden bei einer Schuppenflechte oder bei Akne häufig homöopathische Zusätze wie Psorinoheel, Cutis compositum, Traumeel und Lymphomyosot.

Blut als Informationsträger für das Immunsystem

Wie kann man sich nun die Wirkung einer Eigenblutinjektion vorstellen? Blut ist sozusagen das Tagebuch unseres Gesundheitszustandes. Neben seinen vielfältigen Aufgaben, wie Nährstoff- und Sauerstofftransport, ist es auch ein wichtiger Spiegel unserer aktuellen Immunität. Ein ganzes Heer von Abwehrzellen wandert ständig durch unsere Blutgefäße und kontrolliert den jeweiligen Ist-Zustand. Dieser wird mit dem Soll-Zustand (Gesundheit) verglichen. Differenzen führen zu einer Gegenregulation.

Durch die Blutabnahme wird nun eine winzige Menge Abwehrstoffe aus diesem Pool entnommen und durch die Injektion in den Muskel an einen „fremden“ Ort „verschleppt“. Wir setzen also einen kleinen Bluterguss. Deshalb ist die Eigenbluttherapie eine körpereigene Zelltherapie. Da wir nur körpereigene Eiweißstoffe verwenden, gibt es nur eine natürliche, milde Abstoßungsreaktion, aber keine Unverträglichkeit. Die Folge ist ein rascher Anstieg unserer Immunleistung. Das kann man an bestimmten Reaktionen erkennen. So wird unter anderem manchmal ein kurz dauernder Temperaturanstieg beobachtet, eine Erhöhung  von weißen Blutkörperchen und anderen Entzündungswerten sowie eine vermehrte Antikörperbildung. Auch wird zuweilen ein vorübergehendes „Grippegefühl“ angegeben.

„Gedächtnistraining“ stärkt die Selbstheilungskräfte

Indem der Organismus den eigenen „Fremdkörper“ (d.h. das Eigene am fremden Ort) abbaut, erkennt er die entzündlichen und allergieauslösenden Immunkomplexe und schärft dadurch sein immunologisches Gedächtnis. Das befähigt, schneller und effektiver dem künftigen infektiösen und allergischen Bombardement zu begegnen. Durch diese unspezifische Reiztherapie werden also die Selbstregulations- und Selbstheilungskräfte gestärkt.

Eine grundsätzlich andere Wirkung haben Eigenblutinfusionen. Dabei werden rund 50ml Blut abgenommen und anschließend mit Ozonsauerstoff angereichert, oder, so wie bei der sogenannten HOT (hämatogen Oxidationstherapie nach Wehrli), mit Sauerstoff aufgeschäumt und mit UV-Licht bestrahlt. Dadurch entsteht ein so genannter Singulett-Sauerstoff, eine aktivierte Sauerstoff-Form. Das so bearbeitete Eigenblut wird dann sofort wieder zurück infundiert. Die Ozonbestandteile setzen im Blut einen körpereigenen Wirkstoff frei, der unter anderem die Sauerstoffabgabe im Gewebe signifikant erhöht, so genannte freie Radikale abfängt und das Immunsystem aktiviert. Dadurch wirkt die Eigenblutinfusion besonders bei Durchblutungsstörungen, bei schweren akuten und chronischen Entzündungen z.B. der Leber, als unterstützende Behandlung in der Krebsnachsorge und zur Revitalisierung bei Erschöpfungszuständen, im Alter und nach schweren Krankheiten .

Welche Behandlung bei welcher Erkrankung?

Welche Form der Eigenbluttherapie im Einzelfall angewendet wird entscheidet natürlich der Arzt. Am häufigsten wird es die "klassische" Eigenbluttherapie mit einer Blutabnahme aus der Armvene (mit oder ohne Zusätze) und die anschließende Injektion in den kontraleralen Gesäßmuskel sein. Gerade diese Technik ist - durch einen mit dieser Methode vertrauten und erfahrenen Arzt ausgeführt - fast völlig schmerzlos.

Bei kleinen Kindern mit immer wiederkehrenden Infekten hat sich homöopathisch aufbereitetes Eigenblut zur oralen Gabe in Form von Tropfen (Eigenblutnosode nach Imhäuser) seit vielen Jahren bestens bewährt.