Vorsorge 1

Die klassische Vorsorgeuntersuchung nach den Vorgaben der österreichischen Sozialversicherung: Das ist die einfachste Variante und für junge Menschen, die sich gesund fühlen eine gute Möglichkeit, die wichtigsten Risikofaktoren frühzeitig aufzuspüren – ganz nach den Vorstellungen unseres Gesundheitssystems.Das Gewicht und die Körpergröße werden genau bestimmt und in Beziehung zueinander gestellt – es wird also der Body Mass Index berechnet. Ferner wird der Bauchumfang gemessen und das Rauchverhalten bzw. der Alkoholkonsum erhoben. Die Mundhöhle wird inspiziert, der Blutdruck gemessen und Herz und Lunge genau abgehorcht. Ferner wird der Harn untersucht und eine kleine Blutuntersuchung durchgeführt. Bei Männern wird z.B.: das Gesamt – Cholesterin und das HDL (= das gute) Cholesterin, die gGT (= ein Leberwert), die Triglyceride (= Blutfette) und der Nüchternblutzuckerwert bestimmt. Das sind also nur 5 Blutwerte. Bei Frauen wird zusätzlich noch ein kleines Blutbild gemacht. Die Ergebnisse dieser einfachen Blutuntersuchung sind nach einigen Stunden bereits auf meinem Bildschirm und deshalb kann die Abschlussbesprechung auch bereits am nächsten Tag durchgeführt werden. Solche Vorsorgeuntersuchungen werden sehr häufig  von Betriebsärzten durchgeführt. Wenn nun aber beispielsweise bei einem Mann hochpathologische Nierenwerte vorliegen, so kann dieses wichtige Krankheitsbild vom Arzt nicht erkannt werden (weil man dies nur mit einer erweiterten Blutuntersuchung feststellen kann): Der Arzt attestiert dem Patienten möglicherweise Gesundheit und ein gefährlich abwendbarer Verlauf wird im Frühstadium gar nicht erkannt.
Dies und noch viele andere Gründe haben mich in den letzten Jahren bewogen, diese zwar für den Arzt relativ einfache, aber für den Patienten nicht wirklich optimale Art der Vorsorgeuntersuchung nur mehr sehr selten durchzuführen.